Gelnägel auffüllen Anleitung

Erklärung & Tipps zum auffüllen der Nägel

Refill Deiner künstlichen Fingernägel

Künstliche bzw. modellierte Fingernägel, müssen in regelmäßigen Abständen, wieder mit Kunststoff aufgefüllt werden. Das liegt daran, dass der Naturnagel natürlich weiter wächst und nach etwa 4 Wochen der Übergang am Nagelbett zwischen künstlichem und natürlichem Nagel ziemlich auffällig und unschön ist.

Aber nicht nur aus optischen Gründen wird das so genannte "Refill" durchgeführt. Der Naturnagel wird durch den Kunststoff gestärkt, stabilisiert und gleichzeitig auch vor äußeren Einflüssen geschützt.

Bei einem guten Fingernagelstudio nehmen die Refill-Aufträge einen Großteil der Zeit und Termine in Anspruch, denn zufriedene Kunden, kommen natürlich immer wieder zum Auffüllen der Nägel vorbei. Dies gilt im wesentlichen für Studios mit fester Stamm-Kundschaft. In Studios mit hoher Fluktuation, bespw. in Urlaubsregionen, steht oftmals eher die Nagelneumodellage und Nailart an erster Stelle.

Das Refill ist im Vergleich zur einer kompletten Neumodellage sehr anspruchsvoll und verlangt nach einer fachkundigen Nageldesignerin. Erst beim Refill erkennt man grundlegende Probleme der Nägel oder Fehler, die in der Grundmodellage entstanden sind. Wichtig ist ebenfalls auch, wie der Kunde mit seinen Nägeln umging und wie lange die Neumodellage oder das letzte Auffüllen zurückliegen.

Bei einem wachsen die Nägel schneller, bei anderen langsamer. Eine gute Nageldesignerin wird den richtigen Zeitpunkt für den nächsten Termin gut abschätzen können. Der erste Refill-Termin wird daher zeitlich etwas schneller kommen, als das bei den nachfolgenden Terminen der Fall ist, ca. 3 Wochen nach der Neumodellage.

Nagelprobleme können resultieren aus Nagelkrankheiten, aber auch aus hormonellen Schwankungen, wie bspw. den Wechseljahren oder einer Schwangerschaft. Diese können unter Umständen das Nagelwachstum beeinflussen und auch hier muss dann ein individueller zeitlicher Rahmen für die nächste Behandlung gewählt werden.

Dadurch, dass die Naturnägel mit der Modellage nach vorne wachsen, verschiebt sich der gesamte Aufbau logischerweise ebenfalls nach vorne. Die Stabilität leidet darunter und auch wenn man seitlich auf den Nagel sieht, erkennt man die versetzte Formlinie des Nagels. Diese instabile Statik wird durch die Refill-Technik wieder korrigiert.

French Gelnägel

So geht man bei der Refill-Technik vor:

1.) Desinfizieren Sie die Hände und entfernen Sie mögliche Nagellackreste.

2.) Trimming: Feilen Sie die Nägel in Form und kürzen Sie den Nagel. Achten Sie dabei darauf, dass Sie den kompletten Nagel mit Augenmerk auf die verschiedenen Nagelzonen korrigieren. Zusätzlich müssen natürlich auch alle weiteren Nägel in Form und Länge aneinander angepasst werden, damit sich am Ende ein stimmiges, schönes Gesamtbild ergibt.

3.) Feilen sie das freie Nagelende (Free-Egde-Zone) etwa um die Hälfte dünner, damit die Seitenlinie wieder schön flach ausläuft. Falls irgendwo noch Kunststoffteile haften, klipsen Sie diese niemals ab, sondern feilen Sie die Fläche einheitlich und vollständig, aber sehr vorsichtig, ab. Der ursprüngliche Stresspunkt wird durch das Abfeilen wieder ausgeglichen, so dass beim Auffüllen ein neuer Stresspunkt modelliert werden kann. Achten Sie darauf, dass sowohl der Nagelbettbereich als auch die Seitenränder sanft auslaufen. Die Oberfläche des Naturnagels wird im Anschluss daran dann mit einer feinen Feile (240 Grit) mattiert. 

4.) Schieben Sie nun die Nagelhaut zurück und entfernen Sie den Überschuss mit einem Diamantaufsatz oder einem Steinfräser oder mit einem ProPusher entlang der Nagelhaut und dem Nagelfalz die fast unsichtbaren Hautfetzchen abkratzen. Dann Staub mit einer Bürste entfernen.

5.) Material-Refill - nun geht es an den neuen Aufbau des Kunststoffs:
Tragen Sie einen lufttrocknenden Haftvermittler / Primer auf den Naturnagelbereich auf und lassen Sie diesen trocknen.

6.) Da heutzutage fast alle Modellagen mit dauerhaftem French erstellt werden, nehmen Sie einen Smile-Line-Pinsel und tragen Sie das French-Gel auf.

7.) In der Mitte des Nagels bauen Sie jetzt mit einem 1-Phasen-Gel den neuen Stresspunkt auf. Achten Sie auf einen natürlichen Verlauf. Dies sehen Sie am besten in der seitlichen Nagelansicht.

8.) Korrigieren Sie nun nochmals mit der Feile den Nagelverlauf und die Oberfläche mit dem so genannten Kontrollschliff. Da sich diese Gele jedoch sehr gut und gleichmäßig auftragen lassen, sind voraussichtlich nur kleine Fehler zu beheben. 

9.) Überprüfen Sie den Nagel dann ausgiebig von allen Seiten. Dies ist unabdingbar für eine gute Statik und Stabilität des Nagels. 

Von vorne sehen Sie die C-Kurve, den Stresspunkt (der höchste Punkt), die am besten recht dünn verlaufende Nagelkante (Hairlinie) und die in die Nagelfalz verlaufenden Seitenlinien. Von oben und hinten (aus der Kundenperspektive) erkennen Sie, ob die Oberfläche eben gearbeitet ist und die Form stimmig ist. Betrachten Sie auch die Formlinie von jedem Nagel sowie die Seitenlinien und den höchsten Punkt (Stresspunkt). Von unten sehen Sie, ob die Nägel gleichmäßig lang sind und ob die Form einheitlich ist. 

10.) Nun wird die Nageloberfläche mit einem speziellen Versiegelungslack versiegelt.



Gelnägel Modellage


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