Geschichtliche Entwicklung der Hygiene

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Nagelstudio, Behörden & Richtlinien

" Gast, 25.08.2007 12:10.

Traumangela

Oberstes Gebot bei Ihrer Tätigkeit als Nail-Designerin ist es darauf zu achten, dass Sie alle notwendigen Hygienemaßnahmen beachten.
Hierzu müssen wir den Begriff der Hygiene erst einmal definieren.
Hygiene bedeutet eigentlich nichts anderes als die Verhütung von Krankheiten sowie
die Erhaltung und Festigung der Gesundheit ihrer Kundinnen.
Genauer betrachtet verstehen wir unter Hygiene die Maßnahmen zur Vorbeugung
von Infektionskrankheiten insbesondere die Reinigung und Desinfektion.
Hygiene kommt aus dem griechischen (hygieiné) und bedeutet „der Gesundheit
zuträgliche Kunst“.
Dies wiederum wurde abgeleitet von der griechischen Göttin der Gesundheit, Hygieia.
Etwa bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Desinfektion und Sauberkeit
in der Medizin nicht als sehr notwendig angesehen. Die Operationsschürzen der
Chirurgen wurden so gut wie nie gereinigt und waren deshalb schwarz, damit evtl. eingetrocknete Blutflecken nicht sonderlich auffielen. Gleichfalls wurden medizinische Instrumente vor ihrem Gebrauch nicht gereinigt. Wunden verschiedener Patienten wurden nacheinander mit dem selben Schwamm gereinigt.

Nicht unbekannt dürfte, gerade was die Desinfektion betrifft der Name Ignaz
Semmelweiß sein, der um 1840 erstmals den Nachweis erbrachte, dass gründliche
Desinfektion die Übertragung von Krankheiten vermindern kann. Als Assistenzarzt in
einer Klinik für Geburtshilfe untersuchte er, warum die Sterblichkeitsrate durch
Kindbettfieber in der Abteilung, in der Hebammen ausgebildet wurden weniger hoch
war, als in der Abteilung in der Medizinstudenten arbeiteten.
Er fand die Lösung, als ein Kollege von ihm während einer Leichensektion von einem
der Medizinstudenten mit dem Skalpell verletzt wurde und darauf hin wenige Tage
später an Blutvergiftung starb. Diese Krankheit hat einen ähnlichen Krankheitsverlauf
wie die des Kindbettfiebers. Semmelweiß stellte fest, dass Medizinstudenten, die an
einer Leichensektion beteiligt und anschließend bei der Geburtshilfe tätig waren, in
der Lage waren, die Mütter zu infizieren, was hingegen bei Hebammenschülerinnen
nicht vorkam, da diese keine Leichensektionen vornahmen und somit die niedrige
Sterblichkeitsrate in der anderen Abteilung erklärte. Durch diese Erkenntnis wies
Semmelweiß die Studenten an, vor Untersuchung der Mütter ihre Hände mit
Chlorkalk zu desinfizieren, welches die Sterblichkeitsrate rapide von 12,3 auf 1,3%
senkte.

Weiterhin wurde von einem schottischen Chirurg erfolgreich Karbol zur Desinfektion
von Wunden vor der Operation verwendet. Dieser war zunächst der Meinung, dass
Erreger der Luft eine Infektion hervorrufen würde. Somit versprühte man eine
zeitlang einen Karbonnebel über die Patienten, bis man letztendlich erkannte, dass
Infektionen hauptsächlich von Händen und Gegenständen übertragen werden, die in
Kontakt mit den Wunden kamen.
Als eine Koryphäe in der Bakterienforschung ist Max von Pettenkofer bekannt, der ab 1865 den ersten Lehrstuhl für Hygiene in Deutschland hatte. Weiterhin zählen noch Louis Pasteur und Robert Koch als bekannte Forscher auf dem Gebiet der Hygiene.
Im Jahre 1979 hat McKeown den Rückgang der Infektionskrankheiten der letzten
200 Jahre auf, Hygiene, bessere Ernährung und andere unspezifische Maßnahmen
zurückgeführt.
Das Muster der Erkrankung hat sich in der „dritten Welt“ nicht wesentlich verändert,
trotz teilweiser Einführung von medikamentösen Behandlungsmethoden. So kann
angenommen werden, dass ohne bessere Lebensbedingungen und ohne finanzielle
und materielle Unterstützung den Menschen abseits der Industriestaaten der Gefahr
von Seuchen Vorschub geleistet wird.

Maßnahmen zur Vorbeugung:
Die absolut einfachste Hygienemaßnahme sind das Waschen der Hände mit Seife
und die Zahnhygiene. Weitere hygienische Maßnahmen sind:
steriles Arbeiten
Schutzhandschuhe
Mundschutz
Desinfektion
Händedesinfektion
Isolierung
Quarantäne

Desinfektion
Definition:
Desinfektion bedeutet im übertragenen Sinne „Keimfreimachung“ laut dem
Deutschen Arzneimittelbuch (DAB) bedeutet „Desinfektion“:
Totes oder lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr
infizieren kann.
Desinfektion ist das Abtöten bzw. irreversible Inaktivierung aller Erreger
übertragbarer Infektionskrankheiten (DIN 5894911)
Technisch unterscheidet man zwischen Desinfektion und Sterilisation.
Von Desinfektion spricht man bei der Keimreduktion um einen Faktor von
mindestens 10 hoch minus 5, dies soll heißen: Von ursprünglich 100.000
vermehrungsfähigen Keimen (so genannte koloniebildende Einheiten – KBE)
überlebt nicht mehr als ein Einziger.


Bei der Desinfektion der Hände unterscheiden wir zwischen der so genannten
„hygienischen“ und der „chirurgischen“ Händedesinfektion.

Bei der hyginischen Händedesinfektion werden die Hände ca. 30 Sekunden lang
mit einem Desinfektionsmittel eingerieben und gegebenenfalls anschließend mit
Seife gewaschen.
Dieses Verfahren wird im Pflegealltag verwendet und zielt vor allem darauf ab,
möglicherweise krankheitserregende Keime abzutöten, nicht aber die gesunde
Hautflora (Abtötung der transienten Flora).
Auf Handschuhen haften Mikroorganismen an, so das auch mit Handschuhen
Mikroorganismen weiter gegeben werden können. Bei Tragen von Handschuhen
kann auf eine Desinfektion der Hände nach dem Ausziehen der Handschuhe nicht
verzichtet werden (Mikroperforationen der Handschuhe, Kontamination der Hände
beim Ausziehen).
Bei der chirurgischen Händedesinfektion werden die Hände zuerst gründlich mit
Wasser, Seife und Bürste gewaschen, mit einem frischen keimarmen Handtusch getrocknet und anschließend – je nach verwendetem Präparat – 3 bis 5 Minuten desinfiziert. Dieses Vorgehen dient der Vorbeugung der Chirurgen auf eine Operation, es sollen möglichst alle Keime auf der Haut abgetötet werden.
(Nach einer bis zu 60 minütigen Operation müssen die Hände vor der sich
anschließenden Operation nicht erneut gewaschen werden. Die Durchführung der
Desinfektion ist ausreichend)
Hautdesinfektionsmittel enthalten oft verschiedene Alkohole wie Ethanol oder
Isopropyl, es werden aber auch jodhaltige oder jodähnliche Verbindungen
verwendet.
Flächendesinfektionsmittel sind häufig so aggressiv, dass man sie nur mit
Schutzhandschuhen verarbeiten darf. Das Einatmen konzentrierter Dämpfe kann
gesundheitliche Schäden verursachen.
Desinfektionsmittel werden nach Wirkstoffklassen unterschieden: A/B/C/D.
Entsprechend sind die Präparate gekennzeichnet als:
o Bakterizid
o Viruzid
o Sporizid
o Fungizid

Desinfektionsmittel müssen professionell und strategisch verwendet werden.
Keinesfalls ist es zwingend erforderlich das man sie grundsätzlich im Haushalt
anwendet. Unsachgemäße Anwendung kann zu Bildung von mutationsbedingten
Resistenzen führen.
Die Desinfektion von Abwässern, Trinkwasser oder flüssiger Medien kann durch
verschiedene Verfahren erfolgen:
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen chemischen und physikalischen
Verfahren zur Desinfektion.
Besonders gebräuchliche chemische Verfahren basieren auf der Zugabe von Chlor
(Schwimmbad), Wasserstoffperoxyd oder Ozon.
Gebräuchliche physikalische Verfahren hingegen basieren auf der Erhitzung des
Mediums (thermische Verfahren/Pasteurisation) oder der Bestrahlung mit UV-Licht.
Desinfektionserfolg

Einen ungenügenden Erfolg der chemischen Desinfektion kann dennoch auf
folgenden Fehlerquellen beruhen:

Dosierung Zu niedrige Dosierung führt zum Wirkungsverlust, zu hohe
Dosierung kann zu Geruchsbelästigung und anderen störenden
Faktoren führen
Temperatur Bei Zugabe von warmem Wasser kann Desinfektionsmittel
verstärkt verdunsten
Seifenfehler Verschiedene Desinfektionsmittel flocken aus, wenn sie mit
Seifen vermischt werden und stehen dann nicht mehr für die
Desinfektion zur Verfügung
Eiweißfehler Bei hoher Eiweißbelastung verbraucht sich das Desinfektionsmittel
mit den Eiweißbestandteilen statt mit den Mikroorganismen
ungenügende Bei Lufteinschlüssen oder unvollständiger Bedeckung der
Bedeckung Instrumente oder der Haut kommt das Desinfektionsmittel nicht
des mit den Mikroorganismen in Kontakt
Desinfektions-mittels
Ungenügende Da es sich bei der Desinfektion immer um eine Kinetik handelt,
Einwirkzeit muss die Einwirkzeit eingehalten werden, um den
Desinfektionserfolg zu gewährleisten

Bei der Anwendung der nachstehend aufgeführten Mittel ist deren mikrobiologisches
Wirkungsspektrum zu berücksichtigen. Die jeweiligen Wirkungsbereiche sind durch
die Zahlen 1 und 2 gekennzeichnet und bedeuten:
1. Zur Abtötung von vegetativen Bakterien einschließlich Mykobakterien
sowie von Pilzen einschließlich Pilzsporen geeignet.
2. Zur Inaktivierung von Viren geeignet
Instrumentendesinfektion
Die verschiedenen Verfahren der Instrumentendesinfektion werden in Abhängigkeit
von der
Materialverträglichkeit der Instrumente durchgeführt.
Der Vergleich der verschiedenen Verfahren zeigt, dass physikalisch-thermische
Verfahren von Ihrer
Umweltverträglichkeit und Zuverlässigkeit am besten geeignet sind, viele Instrumente
halten jedoch die erforderlichen Temperaturen nicht aus.
-Thermische Desinfektion (93 Grad Celsius)
- Chemothermische Desinfektion (60 Grad Celsius)
- Chemische Desinfektion


Flächendesinfektion
Die Kombination des mechanischen Effektes und des chemischen
Desinfektionsmittels
(Aldehyde, Phenole, Oberflächenaktive Substanzen, Peroxide, Säuren und Laugen)
wird insbesondere bei der Desinfektion von Fußböden, aber auch Tischflächen
eingesetzt.
Hygienische Händedesinfektion
Die Hände werden mit der Lösung eingerieben und während der vorgeschriebenen
Einwirkungszeit feucht gehalten. Die in der Tabelle aufgeführten Zeiten sind
Mindestwerte. Bei massiver bzw. sichtbarer Kontamination und bei Kontamination mit
Tuberkulosebakterien ist die Desinfektion zweimal durchzuführen.
Dem auf den Händen verteilten Desinfektionsmittel darf Wasser erst nach Ablauf der
für die Desinfektion vorgeschriebenen Einwirkungszeiten zugesetzt werden.

Einige führende Hersteller:
Procura Medical
Lysoform
Fritz Osk.Michallik
Dr. Nüsken Chemie
Goldschmidt/Bode
Desomed
Dr. Schumacher
Schülke & Mayr
Trommsdorf
Fresenius


Sterilisation
Definition:
Bei der Sterilisation eines Produktes oder Gerätes werden im Idealfall alle
enthaltenen Mikroorganismen und deren Sporen abgetötet sowie Viren, Plasmide
und DNS-Fragmente zerstört.
In der technischen Abgrenzung zur Desinfektion wird bei der Sterilisation um eine
Log-Stufe höher abgetötet/inaktiviert. Es müssen also mindestens 10 hoch minus 6
keimbildende Erreger reduziert werden, was letztendlich bedeutet, das von 1 Mio.
Keime maximal einer überlebt.
Sterilisieren ist das Abtöten bzw. das irreversible Inaktivieren aller
vermehrungsfähigen Mikroorganismen (DIN 58900/1)
Man unterscheidet bei der Sterilisation folgende Methoden:
• fraktionierte Sterilisation, auch Tyndallisieren (mehrmaliges Erhitzen an
mehreren
• aufeinander folgenden Tagen; dazwischen Bebrüten zur Sporenauskeimung)
• Heißdampf-Sterilisation (Erhitzung auf über 120 Grad Celsius erhitztem
Dampf z.B. im Autoklav
• Heißluftsterilisation durch über 180 Grad Celsius heiße Luft
• Sterilisation mit ionisierender Strahlung (entweder mit UV-Licht oder
radioaktive Strahlung)
• Sterilisation durch Beschuss mit hochenergetischen Elektronen
• Plasmasterilisation
• Ausglühen
• Abflammen
• Gassterilisation (mit Formaldehyd, Ethylenoxid, Wasserstoffperoxyd oder
Ozon)
• Sterilfiltration
Antiseptik
Desfinition:
Anwendung antimikrobiell wirksamer Präparate am Ausgangsort bzw. der
Eintrittstelle einer möglichen oder vorhandenen Infektion (Haut, Schleimhaut,
Wunden

25.08.2007 12:10 • #1







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